Dienstag, 25 September 2018 20:02

Ein Pilgerbericht - Rom 2018

Die Thüler Wallfahrer: Julias Fecke, Jürgen Fecke, Jakob Weber, Reinhard Syring, Lukas Votsmeier und Lars Syring Die Thüler Wallfahrer: Julias Fecke, Jürgen Fecke, Jakob Weber, Reinhard Syring, Lukas Votsmeier und Lars Syring

Man kann die Ministranten Wallfahrt nach Rom 2018 in wenigen Worten so zusammenfassen: heiß – hektisch – heilig / Kultur – Carabinieri – Kolosseum / Papst – Pilger - Pasta

Und so war es wirklich:
„Eine 24stündige Busfahrt ist auf jeden Fall angenehmer, wenn man sie hinter sich hat“, eine Weisheit, die die Betreuer der Ministranten Wallfahrt machen mussten.
Und doch war diese Fahrt der erste Schritt. Aufgeregt, neugierig und offen für das, was in den nächsten Tage kommt; so starteten die vier Messdiener Lukas Votsmeier, Lars Syring, Julius Fecke und Jakob Weber mit ihren zwei Betreuern aus Thüle am Samstagvormittag in die Heilige Stadt nach Italien. Mit reichlich Proviant in den Rucksäcken beäugten die vier Jungs unauffällig die bis dahin fremden, zugestiegenen Jugendlichen.

Doch Pastor Markus Wippermann, BDKJ-Diözesanseelsorger und busverantwortlicher Ansprechpartner für diese Fahrt, hat Erfahrung mit diesen anfänglichen Unsicherheiten. Mit seiner lockeren Art konnte er gut auf die nächsten Tage der Wallfahrt einstimmen und bald schon wurde gemeinsam aus dem Pilgerheft gesungen und gebetet. Das Gemeinschaftsgefühl, das alle auf dem gleichen Weg sind, stellte sich schnell ein. Auch die Betreuer und erwachsenen Pilger Jürgen Fecke und Reinhard Syring kamen abends schnell ins Gespräch mit den anderen Betreuern. Vielleicht lag es auch an dem gekühlten Proviant des „flüssigem Pilgers“. Auf jeden Fall trafen im Bus die Gruppen aus Thüle und Lippstadt aufeinander und es passte sofort.

So wurden die gemeinsamen Schritte leichter. Ankunft in Rom am Sonntag. Der erste Eindruck: Termini - ein riesiger Bahnhof! Das Hotel lag ziemlich zentral. In Rom gibt es nur vier U-Bahn-Linien; aber ziemlich viele hektische Menschen, die diese benutzen. Das Programm am ersten Tag: mit den Koffern ins Hotel, Zimmer beziehen und dann zum Eröffnungs-Gottesdienst in die Kirche San Gregorio VII, die das Erzbistum Paderborn während der Wallfahrt reserviert hatte. Sofort merkt man auch hier, dass es sich um eine Jugendwallfahrt handelt: Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder zelebrierte locker und für die Jugendlichen ansprechend. Statt Orgel gab es eine Jugendband mit flotten Liedern, Klatschen und Bewegung inklusive.Etwas unkoordiniert machte sich unsere Gruppe anschließend auf die Suche nach der geplanten Verpflegung. Sicherlich hätte Google geholfen, dieses Ziel schneller zu erreichen, doch wenn man entschlossen den falschen Menschen folgt, gibt es manche Überraschung. Das Geheimnis sei soweit gelüftet: satt geworden ist unsere Gruppe schließlich noch.

Ein neuer Tag: Frühstücken konnte, wer alle Hilfsmittel zusammen bekam; Tasse, Teller, Messer, Gabel, ein Teil fehlte garantiert. Mit ein bisschen Improvisation konnte der Tag starten. Diesmal zur freien Verfügung. Kultur war angesagt: Eine Führung im Kolosseum und durch das Forum Romanum; aber eigentlich auch ständig auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen. Lukas, Lars, Julius und Jakob gewöhnten sich langsam an die Temperaturen. Zum Glück konnten die Wasserflaschen an den öffentlichen Wasser-Brunnen ständig neu befüllt werden.

Tags drauf stellte man fest, dass sich auch die Wasserräuber die nicht versiegenden Brunnen zu Nutzen machten: in der Nacht sammelten diese leere Flaschen mit Verschluss, befüllten die Flaschen am Brunnen, legen sie kühl und verkauften sie für gutes Geld. Die römischen Carabinieri hatten keine Zeit, sich um Verkehrssünder zu kümmern, da sie ständig auf der Jagd nach den Wasserdieben waren. Die Jungs hatten ihren Spaß an diesem Verfolgungsjagd-Schauspiel. Die Vesper am Abend hatte viele Berührungspunkte mit den bekannten Star Wars Filmen. Und so waren die Jugendlichen wieder voll bei der Sache. Auch das Pilgerlied „Suche Frieden und jage ihm nach…“ kam immer flüssiger und selbstverständlicher über die Lippen. Nach den vielen neuen Eindrücken und der Hitze des Tages konnte man in der Kirche auch wieder ein bisschen runterkommen und erlebte mit den neuen Freunden noch ein paar schöne Abendstunden.

Dienstag – Papst-Audienz-Tag! Man stelle sich den Petersplatz in Rom vor; selbst wenn man ihn nur aus dem Fernseher kennt, kann man die Größe und Weite erahnen. Dieser Platz füllte sich in den Mittagsstunden. Über 70.000 junge Menschen kamen zusammen. Und alle hatte eine Gemeinsamkeit: sie waren Ministranten. Die Gruppe aus Thüle näherte sich auch vorsichtig, nachdem sie durch das Vatikanische Museum und die Sixtinischen Kapelle im Touristenstrom geschwommen waren. Die erste Reihe musste es ja auch nicht sein, lieber ein schattiges Plätzchen mit der Möglichkeit an Getränke zu kommen. Es standen zwischen den Reihen auch menschliche Wasserwerfer, die wie bei Popkonzerten für Abkühlung sorgte. Leider war das nicht vorteilhaft für manche Fahrkarten, wie sich später herausstellte. Und dann kam er: Papst Franziskus fuhr in dem offenen Mobil seinen Weg durch die Ministranten, winkte, lächelte und zelebrierte anschließend mit den Jugendlichen eine Vesper. Ein beeindruckendes Erlebnis, das sicher noch lange nachwirken wird. Der K-TV-Sender führte anschließend mit Lars sogar ein Interview. In weiser Voraussicht hatte man gemeinsam mit der Gruppe aus Lippstadt nach der Audienz einen Platz zum Essen reserviert. Lukas, Lars, Julius und Jakob konnten von Pizza und Pasta nicht genug bekommen; die Erwachsenen sehnten sich langsam „normales“ Essen herbei.

Der Mittwoch war nochmal ein Tag voller Aktionen und Aktivitäten. Zunächst ging der Weg zu der Papstbasilika „Sankt Paul vor den Mauern“ In dieser Basilika eröffnete Papst Benedikt XVI. am 28. Juni 2008 gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I. das Paulusjahr zum Gedenken an das 2000. Geburtsjahr des Apostels. Vor dem Trevi-Brunnen erstellte die Thüler Reisegruppe ein Geburtstags-Glückwunsch-Video für den Vater von Jakob. Bewaffnet mit dem Stadtplan machten sich die Jungs dann auch einmal allein auf den Weg, bis man sich beim „Blind Date“ wieder traf. Bei diesem Treffen kamen unterschiedliche Ministraten-Gruppen an einen bestimmten, vorgegebenen Treffpunkt und interviewten sich gegenseitig. „Wo kommst du her? Wie lange bist du Messdiener? Was gefällt dir an dem Dienst in der Kirche? Wie gefällt es dir in Rom?“ und so weiter. Hier war auch Gelegenheit, die Armband-Buttons zu tauschen. Jeder Pilger hatte in seinem Pilgerpaket ein Lederarmband mit Druckknöpfen. Diese Button-Knöpfe waren sehr unterschiedlich; von Landesflaggen über Bistumsfarben bis zum Zukunftskreuz und als Tauschobjekte mit Gesprächsverknüpfungen ideal geeignet. Gegessen wurde abends in der Nähe der Engelsburg, wo man bei herrlicher Abendstimmung tolle Schlagzeuger erleben konnte. Freundlicherweise haben Lukas, Lars, Julius und Jakob ihren Betreuer Jürgen kleine Stücke von ihren Pizzen abgegeben. Jürgen bestellte hier nämlich mal ein ordentliches Stück Fleisch, dessen Größe sich letztendlich als kleine Bulette entpuppte.

Der Tag vor der Abreise wurde gemeinsam mit der Lippstädter Gruppe für einen Ausflug genutzt: Der Lido di Ostia ist der von den Römern meistbesuchte Strand. Und doch haben alle nach der einstündigen Zugfahrt ein kühles Fleckchen im Wasser gefunden. Abends war die Vesper wieder in der Kirche San Gregorio VII und den Weg zum Abendessen fand man mittlerweile auch zielsicher. Die Zeit in Rom hat die Gruppe toll miteinander verbunden. Es wurden Zukunftspläne für die nächste Wallfahrt in vier Jahren geschmiedet.

Am letzten Tag wurde die Abschlussmesse in der Basilica Santa Maria Maggiore gefeiert, eine der sieben Pilgerkirchen in Rom. Und dann warteten nach 18 Stunden Busfahrt die Familienmitglieder auf ihre Wallfahrer, die viel zu erzählen hatten. Die Thüler Messdiener Lukas, Lars, Julius und Jakob haben eine faszinierende Reise nach Rom erlebt mit vielen tollen Begegnungen und Inspirationen. Und ihre Betreuer würden auch jederzeit wieder mit nach Rom pilgern.

Wer sich selbst ein paar Eindrücke machen möchte, kann im Internet einige Videos und Fotos finden (z.B. unter www.youpax.de/ministranten).

Letzte Änderung am Mittwoch, 26 September 2018 11:18
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