Kirchengeschichte

Dienstag, 15 Juli 2014 02:00

Kirchengeschichte

Kirche Aussen2

Die St. Petrus-Kirche wurde im Jahre 1895/96 erbaut. Zuvor erhob sich an gleicher Stelle eine Kapelle, die im Jahre 1425 erbaut wurde. Der schlichte Kirchenbau erhebt sich auf einem Hügel in der Mitte des Dorfes, der von einer niedrigen Stützmauer umringt wird. Von dieser steigen begrünte Böschungen zu dem Planum an, auf dem sich die Kirche in Ost-West-Richtung erstreckt. Im Mai 1996 konnte die Umfassungsmauer sowie die Treppenanlage komplett abgebrochen und grundlegend erneuert werden.

Kirche Innen2

Die St. Petrus-Kirche wurde von dem Bauunternehmer ALTROGGE als neugotische Hallenkirche entworfen. Der Innenraum der Kirche wird durch das in eine spitzbogige Nische eingefügte Rechteckportal erschlossen.

Beichtkapelle
Gedenkstätte der Gefallenen und Beichtkapelle

In der kleinen Turmhalle leitet links eine Wendeltreppe zur Orgelempore, während auf der rechten Seite der Zugang zur früheren Taufkapelle erfolgt. Heute findet sich in dieser Kapelle die Gedenkstätte für die in den beiden Weltkriegen Gefallenen und die Pieta. Außerdem kann die Kapelle unproblematisch zur Beichtkapelle mit der Möglichkeit zum Beichtgespräch und zur anonymen Beichte genutzt werden. Eine Ganzglasschiebetür trennt die Turmhalle vom Kirchenschiff.

Das langrechteckige Kirchenschiff wird durch zwei Säulenreihen zu je zwei Säulen in drei Schiffe und drei Joche geteilt. Im Osten öffnet sich die Schmalseite voll zum Chor, der die Breite des Mittelschiffs übernimmt und mit 5 Seiten eines Achtecks schließt.

Der am 28. Mai 1896 von Bischof SIMAR konsekrierte Hochaltar ist das Werk des Bildhauers FERDINAND MÜNDELEIN aus Paderborn. In das aus Sandstein erstellte Antependium des Unterbaues ist ein fein gemeißeltes Blendmaßwerk eingearbeitet. Die hochrechteckigen Felder an den Ecken weisen das gleiche Motiv auf wie die der ausgebauten Kommunionbank (deren Motive sich jetzt im Zelebrationsaltar wiederfinden). Eine Skulptur von Johannes dem Täufer steht in der rechten Nische des Hochaltars und eine überschlanke Figur des hl. Liborius im Bischofsornat in der linken Nische. Links vom Expositorium ist im Relief die Verlobung Marias mit Josef dargestellt. Im rechten Relief hat der Bildschnitzer die Heilige Familie in einer häuslichen Szene dargestellt.

Im Zuge der Kirchenrenovierung von 1977 erstellte der Architekt CLAUS BREITHAUPT, Salzkotten, Pläne für den Zelebrationsaltar. Er wurde aus Maßwerkelementen der 1966 ausgebauten Kommunionbank gefertigt. Bei der Innenrenovierung im Jahre 2001 wurde der Altar verkleinert.

Gleichzeitig mit dem Zelebrationsaltar wurde auch das Lesepult erstellt. Hierzu wurde ein schmales Seitenelement des Kanzelkorbs wiederverwendet.

Schon bald nach der Entfernung des alten Marienaltars erhielten die Restaurierungswerkstätten OCHSENFARTH, Paderborn, den Auftrag, aus den Resten des ehemaligen Altares einen neuen zu fertigen. Wegen der geringen Tiefe des Unterbaues ist er als Verehrungsstätte für Maria als himmlische Königin gedacht.

Marienaltar

Der Taufstein wurde im Jahre 1909 von dem Bildhauer JOHANN REINEKE, Paderborn, in Marmor geschlagen. Mit der Einrichtung der Taufkapelle als Gedächtnisstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege wurde er zur östlichen Schmalseite des nördlichen Seitenschiffs versetzt.

Die St. Petrus-Kirche besitzt im Kirchenschiff 6 und im Chor 5 Fenster. Die Fenster des Kirchenschiffs und der Taufkapelle wurden 1958 durch neue mit einem geometrischen Muster ersetzt, in deren vorherrschenden schräg gestellten Trapezformen hellgrüne mit farblosen Gläsern wechseln. Die frühere Ausführung der Verglasung des Kirchenschiffs kann noch an den beiden seitlichen Chorfenstern abgelesen werden. Sie sind aus Echt-Antikglas gefertigt und bestehen aus verschlungenen Ovalen, die Rautenmuster von Bleiruten durchbrechen und in ihrer Mitte eine vierblättrige Blüte einschließen.

Petrusfenster
Petrusfenster

Künstlerisch bedeutend und wertvolle Zeugen historischer Glasmalerei sind die drei mittleren Chorfenster. Sie wurden im Mai 1896 durch die Königlich Sächsische Hof-Glasmalerei HERTEL & LERSCH, Düsseldorf, geliefert: Der Patron der Kirche, Petrus findet sich im linken Chorfenster. Petrus hält die Insignien seiner Apostelwürde: auf dem linken Unterarm das Evangelium, in der rechten Hand die Schlüssel, die ihn als Wächter des Himmelstores ausweisen. Das rechte Chorfenster zeigt St. Agatha, die als Martyrerin in der rechten Hand den Palmenzweig und in der linken eine Zange hält. Das Fenster im Chorscheitel zeigt den aufrecht stehenden Christus von einer Mandorla umgeben. Gottvater selbst thront im Bogenzwickel. Die mit einem Kreuz bekrönte Weltkugel in der linken Hand symbolisiert, dass er der Herrscher der Welt ist, die durch das Kreuz erlöst wird. Als Symbol des von ihm ausgehenden Wortes senkt sich der Heilige Geist als Taube nach unten.

In einem Inventarverzeichnis aus dem Jahre 1889 wird angeführt, dass die alte Kapelle ein Harmonium besaß. Die Kirchenorgel wurde von STEGERHOFF im November 1900 installiert. Im Jahre 1931 nahm er einen Umbau der Orgel vor, indem er neue Register und ein elektrisches Gebläse einbaute. Die 1948 vergrößerte Orgelempore ermöglichte es, dass 1979 ein neuer Spieltisch vor dem Westfenster der Südseite aufgestellt wurde.

Als weitere Teile der Innenausstattung sind der im Dezember 1897 eingeweihte Kreuzweg, sowie die Josephstatue, die Elisabethstatue, die Herz-Jesu-Staue, die allesamt Terrakottaskulpturen mit neugotischen Stilmerkmalen sind. Man kann davon ausgehen, dass alle drei in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts angefertigt wurden. Die Herz-Jesu-Statue zerbrach Anfang der 80er Jahre bei Reinigungsarbeiten. Sie wurde erst im September 1999 restauriert und neu aufgestellt. Ein besonderes Kleinod ist die St. Antonius-Figur. Die Lindenholzfigur aus dem 18. Jh. ist eine Schenkung von Dr. Carl Koch im Jahre 1998. Möglicherweise hatte die Figur früher schon einen Platz in der Kirche.

An der Westseite, vor dem Eingangsportal der Kirche, erhebt sich ein Holzkreuz. Der Korpus des Kreuzes gehört ursprünglich zur Gedenkstätte für die Gefallenen an der östlichen Schmalseite des nördlichen Kirchenschiffs. Bei der Innenrenovierung der Kirche im Jahr 2001 wurde ein neues, wetterbeständiges Kreuz gebaut.

Die Kirchengemeinde St. Petrus vom Ursprung bis in die Gegenwart

Die erste urkundliche Erwähnung von Upsprunge datiert aus dem Jahr 1216. Bis zum Jahre 1256 gehörte Upsprunge zur Pfarre Vielsen. Dann übernahm die Pfarrkirche St. Johannes Baptist, Salzkotten, die Nachfolge der Urpfarrei Vielsen. Im Jahre 1425 konsekrierte Weihbischof von Korbach die neue Kapelle von Upsprunge. Sie stand genau an der gleichen Stelle, an der sich die heutige St. Petrus-Kirche erhebt, die im Jahre 1895/96 erbaut wurde.

Am 18. April 1907 konnten die Bewohner des Dorfes Upsprunge einen denkwüdigen Tag begehen. Sie konnten ihren ersten eigenen Seelsorger in sein neues Amt einführen. Es war Vikar Franz Drees. Er bezog das im Jahr 1906/07 erbaute Pfarrhaus. Seit dem Jahre 1920 ist die Kirchengemeinde eine selbständige Pfarrei, der bisherige Vikar Drees wurde erster Pfarrer des Dorfes. Er starb im Jahre 1940. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Johannes Reker, der bis 1965 die Kirchengemeinde leitete. Er wurde von Pfarrer Franz Meyer abgelöst, der bis 1971 blieb. Danach hatte die Kirchengemeinde keinen eigenen Seelsorger mehr. Als Pfarrverweser war Pfarrer Heinrich Redemann bis 1986 und seitdem in gleicher Funktion Pfarrer Hans-Josef Rüsing für die Verwaltung der St. Petrus-Gemeinde zuständig. Verschiedene Vikare und Subsidiare unterstützen ihn in der Seelsorge und feierten die Gottesdienste.

Alle Aufgaben, die in der Seelsorge über die Gottesdienste hinaus anfallen, nehmen seit 1984 die Gemeindereferenten wahr. Bis 1997 war dies Michael Klagges. Er wurde abgelöst von Annette Breische.

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