Eine Reliquie des heiligen Kamillus für die Scharmeder Kirche
Feierliche Einsetzung am 12. Juli
Aufmerksamen Kirchenbesuchern ist es sicher bereits aufgefallen: Die große Kamillus-Statue, die sonst auf einem an der Wand angebrachten Sockel in der sogenannten Kamillus-Kapelle der Scharmeder Kirche steht, befindet sich seit Kurzem auf dem Boden. Warum ist das so?
Der heilige Kamillus von Lellis lebte von 1550 bis 1614 in Italien. Er gründete den Orden der Kamillianer, der sich der Krankenpflege widmet. Die Kirchengemeinde St. Petrus und Paulus Scharmede erhielt im Jahr 1936 von den Kamillianern die Kamillus-Statue geschenkt, die den Heiligen gemeinsam mit einem Kranken zeigt. Dieses Geschenk war ein Dank an die Gemeinde, aus der zum damaligen Zeitpunkt zehn Mitglieder des Ordens stammten.
Vor drei Jahren schenkte der ehemalige Scharmeder Volksschullehrer Hubert Raulf der Kirchengemeinde eine Reliquie des heiligen Kamillus. Diese hatten er und seine verstorbene Frau Wilma im Jahr 1960 anlässlich ihrer Hochzeit von dem aus Scharmede stammenden Kamillianer Pater Plesser erhalten.
Nachdem die Reliquie der Kirchengemeinde anvertraut worden war, nahm sich ein Arbeitskreis aus Gemeindemitgliedern gemeinsam mit dem Kirchenvorstand der Frage an, wo sie künftig einen würdigen Platz finden könnte. Nach sorgfältiger Planung und unter Mitwirkung der Fachstelle Kunst des Erzbischöflichen Diözesanmuseums wurde entschieden, ein Reliquiar anfertigen zu lassen, das in den Sockel unterhalb der Statue integriert wird.
Mit der Anfertigung des Reliquiars wurde Pater Abraham Fischer OSB aus der Benediktinerabtei in Meschede beauftragt. Vor Kurzem wurde der Sockel dorthin gebracht, sodass die Kamillus-Statue vorübergehend auf dem Boden steht.
Bald wird die Statue jedoch wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren. Im Sonntagsgottesdienst am 12. Juli, zwei Tage vor dem Namenstag des heiligen Kamillus, wird die Reliquie feierlich eingesetzt werden. Den Gottesdienst werden Pastor Rainer Vorsmann und Pater Norbert Riebartsch aus dem Konvent der Kamillianer in Freiburg gemeinsam zelebrieren. Bis dahin erarbeiten der Scharmeder Ortschronist Heinrich Bergmann und Sascha Käuper eine kleine Schrift, die die geschichtsträchtige Beziehung zwischen dem früher so bezeichneten „Kamillianerdorf“ Scharmede und dem Kamillianerorden beleuchtet.
Der Arbeitskreis „Kamillus“ und der Kirchenvorstand laden schon jetzt herzlich zu diesem besonderen Gottesdienst und zum anschließenden Stehcafé am 12. Juli ein.


